Lignin ist ein Biopolymer, das in den Zellen mehrjähriger Pflanzen synthetisiert wird und dafür sorgt, dass diese „verholzen“. In der Zellstoffindustrie wird Lignin separiert und zum biogenen Abfallprodukt, welches größtenteils verbrannt wird. Dabei haben die Grundbausteine von Lignin einen hohen Nutzwert und Verfahren zur Aufspaltung sind bekannt. Das Team von Prof. Dr. Martin Oschatz an der Universität Jena fokussiert sich im Projekt „LignUp“ daher auf den Aufbau einer Materialbibliothek sowie chemisch-synthetische Wege zur Herstellung von maßgeschneiderten (organischen, anorganischen sowie hybriden) Funktionsmaterialien aus den Ligninbestandteilen. Darüber hinaus werden konkrete Anwendungsfelder für diese Materialien getestet, wie beispielsweise der Einsatz als Alternative zu kritischen Metallen in elektrochemischen Energiespeichern oder beim Recycling sowie der Gewinnung kritischer Rohstoffe. Ziel ist, Lignin so vom Abfallprodukt zum Roh- bzw. Wertstoff upzugraden. Dazu vereint das Projektteam interdisziplinäre Expertise aus den Bereichen Energiematerialien, Polymerchemie, Elektrochemie, Spektroskopie, Wasserbehandlung, Oberflächen und Grenzflächenanalytik, theoretische Chemie, Lebenszyklusanalyse, Recyclingtechnik und Umweltpolitik.