Stuhlinkontinenz (SI) ist sehr stigmatisierend, weitverbreitet und belastend. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, die betroffene Patient:innengruppe ist heterogen. SI tritt z. B. bei Kindern mit Fehlbildungen lebenslang auf, bei jungen zuvor gesunden Frauen nach Geburten, Patient:innen der Geriatrie oder bei Männern und Frauen im mittleren Alter nach Chirurgie oder Bestrahlung am Colon oder Rektum. Aktuell gibt es keine Diagnostik, welche die Nervenversorgung am Analkanal visuell darstellen kann. Dadurch erfolgt jede OP ohne Kenntnis der kontinenzsteuernden Nerven. Die Einsatzmöglichkeiten für die Nervendiagnostik am Analkanal sind zahlreich, z. B. beim Screening vor Dammschnitten bei Geburten, zum Neurotoxizitätsmonitoring von Strahlentherapien, bei neurochirurgischen OPs oder in der Chirurgie des Kolon- und Rektumkarzinoms. Die Funktionsfähigkeit der Oberflächen-Elektromyographie (EMG) um Nervensignale im Analkanal zu messen, wurde bereits demonstriert. Trotz großer Relevanz und grundsätzlicher Machbarkeit gibt es noch kein erhältliches Medizinprodukt. Das Projektziel ist eine Verbesserung der Darstellung der Nervenversorgung und die Weiterentwicklung der Software.