Was machen Sie heute?
Im Gespräch mit "Carlumnus" Prof. Dr. Christian Komusiewicz
| Organisation: | Friedrich-Schiller-Universität Jena |
|---|---|
| Fachgebiete: | Mathematik |
| Themenschwerpunkte: | MINT Impulse |
Sie wurden im Nachwuchsförderprogramm durch die Carl-Zeiss-Stiftung gefördert. Wo waren Sie damals tätig und was haben Sie gemacht?
Prof. Dr. Christian Komusiewicz: Die Carl-Zeiss-Stiftung hat ab 2007 mein Promotionsvorhaben in der theoretischen Informatik an der Uni Jena finanziert. Während meiner Promotion habe ich mich mit algorithmisch schweren Berechnungsproblemen beschäftigt, die bei der Analyse von biologischen oder sozialen Netzwerken eine Rolle spielen.
Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung?
Es war eine spannende und freie Zeit. Ich hatte das Gefühl, ständig etwas Neues zu entdecken, sowohl in der Wissenschaft als auch im universitären Leben.
Was machen Sie heute?
Nach längeren Stationen in Berlin und Marburg bin ich nun wieder an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und habe dort die Professur für Algorithm Engineering inne. Ich bin also der Wissenschaft und meinem Fach treu geblieben. Auch in meiner aktuellen Position habe ich wieder Kontakt zur Carl-Zeiss-Stiftung: Ich durfte erfreulicherweise gleich ab meinem Wechsel nach Jena an dem von der CZS geförderten Projekt “Interactive Inference” mitwirken.
Was begeistert Sie in Ihrer heutigen Position am allermeisten?
Zunächst begeistert mich immer noch die Welt der Algorithmen ganz grundsätzlich. Wenn ich ein Problem besser verstanden habe und mit diesem Wissen einen Algorithmus entwickeln konnte, der das Problem zum Beispiel schneller oder besser löst, dann ist das immer wieder ein erfüllendes Gefühl. In meiner Funktion als Professor begeistert mich auch, dass ich die Entwicklung von jungen Forschern und Forscherinnen begleiten darf.
Mit dem Wissen von heute: Was hätten Sie zu Beginn Ihrer Karriere schon gern gewusst?
Mein Eindruck ist, dass Wissen oft erst wertvoll und nützlich wird, wenn man es über längere Zeit aktiv erwirbt, eben beim Forschen, Diskutieren oder Schreiben. Etwas übertrieben formuliert: Ich bin sogar ein bisschen froh über die Dinge, die ich zu Beginn noch nicht wusste und nun zu wissen glaube.
Mein Eindruck ist, dass Wissen oft erst wertvoll und nützlich wird, wenn man es über längere Zeit aktiv erwirbt, eben beim Forschen, Diskutieren oder Schreiben.
Könnten Sie sich vorstellen, etwas ganz anderes zu machen. Und wenn ja, was wäre das?
Ich wäre auch gern Musiker geworden.
Letzte Frage: Welches Schlagwort kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die Carl-Zeiss-Stiftung denken?
Glücksfall. Das trifft auf mich persönlich zu, da ich nun mehrfach von der Forschungsförderung der Carl-Zeiss-Stiftung profitiert habe, aber auch auf die geförderten Standorte, die ihr viel verdanken. Ich habe mich sehr gefreut, als ich neulich bemerkte, dass schon der Bau des Abbeanums in Jena vor fast 100 Jahren von der Carl-Zeiss-Stiftung finanziert wurde. Ein so langfristiges Wirken ist schon außergewöhnlich.
Herzlichen Dank, dass Sie für das Interview im "Carlumni" Newsletter zur Verfügung standen!
Prof. Dr. Christian Komusiewicz
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fakultät für Mathematik und Informatik
Algorithm Engineering Lab
Ihr Kontakt für alle Fragen rund um das CZS Alumni-Portal, die Alumni-Förderungen und das "Carlumni" Netzwerk:
Petra Dabelstein
Mitglied der Geschäftsleitung, Leiterin Kommunikation
Telefon: +49 (0)711 - 162213 - 25