EXIST_Impfkraft

Corona-Maßnahmen-Fonds

Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 ist aktuell eine der großen Herausforderungen in Wissenschaft und Gesellschaft. Wissenschaftler in Deutschland und weltweit arbeiten mit vielfältigen Projekten an Lösungsansätzen und Maßnahmen zur Erleichterung der Folgen. Um Wissenschaft und Forschung bei dieser Aufgabe zu unterstützen, hat die Carl-Zeiss-Stiftung ein Maßnahmenpaket zur Förderung von ausgewählten Projekten beschlossen.

Insgesamt zehn Projekte werden im Rahmen des Hilfspakets mit einer Gesamtsumme von 600.000 Euro gefördert.

Eberhard Karls Universität Tübingen
Förderung einer Impfstoffentwicklung

Ein wirklicher Schutz gegen die Lungenkrankheit COVID-19 bietet nur ein wirksamer Impfstoff zur Immunisierung gefährdeter Menschen. Das Projekt IMPFKRAFT der Abteilung Immunologie der Universität Tübingen rund um Dr. Ralf Amann arbeitet an einer plattformbasierten Methode zur Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes. Die Idee ist, einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen mehrere Antigene gleichzeitig wirken und so eine verstärkte Immunantwort durch die Bildung verschiedener Antikörper bewirken soll. Das Projekt wird im Rahmen des EXIST Förderprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Um Entwicklung und klinische Studien zu beschleunigen, erhielt das Projekt vom BMWi Anfang April eine Aufstockung von 1,3 Millionen Euro. Mitte April stellte die Carl-Zeiss-Stiftung weitere 155.000 Euro für den Erwerb eines Durchflusszytometer mit Zellsortierungseinheit zur Verfügung, der den Prozess zur Herstellung der Impfstoffprototypen um 20 bis 30 Prozent beschleunigen soll.

Offene Fachschaft Medizin Freiburg
Fahrtkostenübernahme für Studierende im freiwilligen Einsatz

Fahrtkosten für Studierende der Offenen Fachschaft Medizin im freiwilligen COVID-19-Einsatz übernimmt die Stiftung im Raum Freiburg. Ziel ist, eine gleichmäßigere Verteilung freiwilliger Helferinnen und Helfer in ländlich gelegenen Krankenhäusern zu unterstützen. Das Projekt wird mit 38.000 Euro gefördert.

Leibniz-Institut für Photonische Technologien
Raman-Profiling zur besseren Kapazitätsplanung

Am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena wird das Raman-Profiling von Leukozyten gefördert. Ziel ist ein prognostisches Modell für Krankheitsverläufe von COVID-19-Patienten in den nächsten drei bis sieben Tagen der Infektion zu entwickeln. Durch die Übertragung eines bereits bestehenden Ansatzes zu Sepsis soll eine Untersuchung der weißen Blutkörperchen Aufschluss über den weiteren Krankheitsverlauf geben. Das Projektteam um Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor am IPHT entwickelt in Zusammenarbeit mit Dr. Dr. Sina Coldewey, Leiterin der Nachwuchsgruppe Translational Septomics des ZIK Septomics und Prof. Dr. Michael Bauer, Leiter der Intensivmedizin des Universitätsklinikums Jena den Ansatz. Das Modell soll dazu beitragen, Kapazitäten für Intensivbetten und Beatmungsplätze vorausschauend zu planen und Patienten rechtzeitig in Kliniken mit freien Kapazitäten verlegen zu können.

Universitätsklinikum Jena
Untersuchungen zur Infektiosität

An der Universität Jena wird die Infektiosität von COVID-19 Patienten untersucht. Ziel der Untersuchung von Prof. Dr. Christina Ehrhardt, Prof. Dr. Bettina Löffler und Prof. Dr. Gita Mall  ist die kurzfristige Generierung von Wissen zum Umgang mit COVID19-Patienten für Personen in der Behandlung, Pflege und im Umgang mit Verstorbenen. Dadurch können Aussagen zu Quarantänedauer sowie wirksamen Hygienemaßnahmen getroffen werden.

TU Ilmenau
Teststand zur Wirksamkeit von Mundschutzmaterialien

An der TU Ilmenau wird ein Teststand errichtet, der die Wirksamkeit von Mundschutzmaterialien untersuchen soll. Das Team um Prof. Dr. Andreas Schober will dadurch neue Erkenntnisse zur Schutzwirkung der verschiedenen Mundschutzvarianten erlangen.

Universitätsmedizin Mainz
Digitales Lungenultraschallfortbildungsprogramm

Ein digitales Lungenultraschallfortbildungsprogramm wird an der Universitätsmedizin Mainz gefördert. Das Sono For Klinik Team um Johannes Weimer und Lukas Müller (studentische Initiatoren) entwickelt in Kooperation mit der Rudolf Frey Lernklinik unter Leitung von Dr. Holger Buggenhagen an der Universitätsmedizin Mainz, zusammen mit den Projektpartnern Dr. Yang Yang (Radiologie), Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke (Innere Medizin) und Dr. Michael Ludwig (Bundeswehrkrankenhaus Berlin) sowie weiteren Tutoren und Unterstützern die digitale Fortbildung. Deutschlandweit sollen Studierende sowie fachfremde Ärztinnen und Ärzte praktische Fertigkeiten im Bereich "Sonographie/Bildgebung der Lunge" erlangen. Viele Ärztinnen und Ärzte müssen sich aktuell mit dieser Diagnostik beschäftigen, da im hausmedizinischen Bereich nicht immer ein Röntgen Thorax bzw. CT zur Verfügung steht. Beim Einsatz dieser strahlenschonenden und überall verfügbaren Methode in Kliniken können Zeichen und Komplikationen einer Lungenentzündung besser identifiziert und behandelt werden. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Projekt mit 11.000 Euro.

TU Kaiserslautern
PIRAT

Um Testkapazitäten in Deutschland zu steigern, haben Wissenschaftler mehrerer deutscher Universitäten im Rahmen des #WirVsCorona-Hackathons der Bundesregierung das Pandemic Important Resource Allocation Tool (PIRAT) entwickelt. Ziel ist, aktuell nicht benötigte Geräte, Verbrauchsmaterial und Personal von Universitäten und Forschungseinrichtungen an SARS-CoV-2-Testlabore zu vermitteln. PIRAT soll dabei zeitnah auch in anderen europäischen Ländern genutzt werden.

Fraunhofer Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme (IMM) Mainz
Schnelltestsystem für den Vor-Ort-Einsatz

Am Fraunhofer Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme arbeiten Dr. Christian Freese und seine Kollegen an der Integration eines kommerziell erhältlichen SARS-CoV-2 RT-PCR Assays in ein bereits zum Prototyp entwickeltes Schnellanalysegeräte. Das Testsystem, das ursprünglich zum Nachweis von Viruserkrankungen der Atemwege in einem BMBF-geförderten Projekt entwickelt wurde, hat eine Analysezeit von unter 30 Minuten und eine handliche Größe für den Schnellnachweis vor Ort.

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Neues Verfahren zur SARS-CoV-2 Diagnostik

An den Universitäten Mainz und Heidelberg sowie am IMB Mainz befasst sich das Team um Dr. Bastian Hülsmann mit der Entwicklung eines neuen Verfahrens zur SARS-CoV-2 Diagnostik: ein einfach gehaltener Test auf der Grundlage des Nachweises der Viren im Speichel soll eine kostengünstige Ergänzung zu den bekannten und etablierten Verfahren bieten (v.a. als "Schnelltest" in der Frühphase der Infektion).

Personenförderung
Verlängerung der Förderzeiträume

Kann die Forschungsarbeit wegen der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Sars-CoV-2 nicht fortgeführt werden, beispielsweise aufgrund von Laborschließungen, bietet die Carl-Zeiss-Stiftung geförderten Personen die Verlängerung des Förderzeitraums mit einer entsprechenden Aufstockung der Fördermittel um maximal drei Monate an.
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