Alternde_Gesellschaft

Transfer - Intelligente Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft

Im Förderprogramm Transfer wurden 2020 insgesamt fünf Projekte bewilligt. In einem zweistufigen Verfahren wurden die Projekte von externen Fachgutachter*innen bewertet und im Anschluss von einer Auswahlkommission zur Förderung empfohlen. Die folgenden Projekte werden über einen Zeitraum von drei Jahren jeweils mit bis zu einer Millionen Euro gefördert:

Digitale Technologien für die Versorgung von Menschen mit Demenz
Hochschule Furtwangen

In Deutschland sind rund 1,7 Millionen Menschen von Demenz betroffen. Die Versorgung und Betreuung dieser Menschen stellt eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen dar. Im Projekt der Hochschule Furtwangen werden neue Ansätze zum Einsatz digitaler Technologien in der Versorgung dieser Menschen entwickelt und ausgewertet. Interaktive Apps und Programme sollen die soziale Interaktion von Betroffenen beispielsweise mit Klang- und Musikexperimenten fördern und fordern. Virtuelle Coaches unterstützen pflegende Angehörige. Die Techniken werden gemeinsam mit den Betroffenen und den Pflegekräften der beteiligten Einrichtungen entwickelt und getestet.

Nicht-invasives System zur Messung schlafqualitätsrelevanter Parameter
HTWG Konstanz

Rund ein Viertel der Deutschen hat das Gefühl schlecht zu schlafen, ab 40 Jahren steigt die Zahl weiter an. Insbesondere ältere oder allein lebende Personen sind betroffen. Mangelnder Schlaf verringert die Leistungsfähigkeit, kann zu körperlichen Erkrankungen, psychischen Problemen und – im Extremfall – zu einem vorzeitigen Tod führen. Untersuchungen der Schlafqualität im Schlaflabor sind aufwendig und nur eingeschränkt möglich. Ziel des Projekts an der HTWG Konstanz ist daher die Entwicklung einer Sensorbox, die zuhause eingesetzt werden kann. Die Sensorbox wird unter der Matratze platziert, eine Kameraüberwachung oder Verkabelung ist nicht notwendig. Neben der Entwicklung soll der Einsatz der Box getestet und die Daten analysiert werden.

Raumintelligenz für die integrierte Versorgung von Senioren in ländlichen Quartieren (RAFVINIERT)
Hochschule Mainz

Für ältere Menschen ist der Weg zum Supermarkt, zur Apotheke oder zum Arzt in ländlichen Regionen oft zu weit. Einfamilienhausgebiete sind von Versorgungsengpässen ebenso betroffen wie Ortskerne von strukturschwachen Dörfern. Hinzu kommt, dass bei der Versorgungsplanung häufig nur Entfernungen berücksichtigt werden, Treppen oder hohe Bordsteine werden oft ebenso wenig einbezogen wie bestehende Altersstrukturen. An der Hochschule Mainz sollen Altersstrukturen von Einfamilienhausgebieten nun systematisch mit weiteren Daten (z. B. zu Barrieren und Gelände) zusammengeführt werden. Dadurch können realitätsnahe Berechnungen für die Erreichbarkeit von Versorgungseinrichtungen für Senior*innen entwickelt werden. Zudem wird in Rücksprache mit den Kommunen der spezifische Bedarf untersucht.

Aufbau eines Serious Games Lab (SGL) mit dem Schwerpunkt „Senior Health Games“ (SHG)
Hochschule Trier

Intelligenz und Kompetenzen werden durch Spiele in nahezu jedem Alter gefördert. Computerspiele, die neben dem Unterhaltungswert gezielt Wissens- und Kompetenzvermittlung fördern oder Verhaltensänderungen unterstützen, bezeichnet man als “Serious Games”. An der Hochschule Trier soll ein Serious Game Lab (SGL) aufgebaut werden, das sich auf therapeutische Spiele für Senior*innen fokussiert. Über die Informationsvermittlung hinaus sollen die Patient*innen spielerisch beispielsweise zur Wiederholung von Übungen motiviert werden. Therapiesitzungen in der Prävention und Rehabilitation könnten dadurch reduziert und Übungen zuhause autonom oder gemeinsam mit Angehörigen durchgeführt werden. Die Spiele werden barrierefrei, niedrigschwellig und gendergerecht konzipiert.

Multi‐Generation Smart Community (mGeSCo) – Co‐Working und soziale Teilhabe durch multigenerationale Vernetzung im Smarten Quartier
Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Wie kann ein Mehrgenerationenquartier mit Arbeits- und Wohnraum durch intelligente digitale Technologien in Bezug auf Mobilität, Freizeit, Serviceangebote verbessert und ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter gefördert werden? Das soll anhand des „Smarten Quartiers Jena-Lobeda“ der Stadtwerke Jena Gruppe an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena untersucht werden. Neben Formen des digitalen Arbeitens werden technisch basierte Unterstützungsmöglichkeiten im Wohnraum wie beispielsweise Erinnerungen, Notruf, Sturzerkennung oder der Einsatz von Assistenzrobotern untersucht. Nachbarschaftsplattformen, digitale schwarze Bretter auf Monitoren oder ePaper-Displays in Hausfluren sollen den Austausch und die Teilhabe an der Gemeinschaft bis in hohe Alter fördern. Weitere Informationen finden Sie hier.
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